Aufenthaltsstipendium in Frankfurt (Oder)

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Das Regenerativverfahren des Frankfurter Kunstvereins bietet ein Forum für nationale und internationale Künstler. Während meines Aufenthaltsstipendiums vom 19.01. bis 15.02.2017 beschäftigte ich mich mit der Landschaft rund um den Grenzfluss. Gleich bei meinem ersten Spaziergang entlang der Oder stieß ich auf eine Allee mit 30 Baumskulpturen, deren Geschichte mich sehr interessierte.

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Es entstanden in der Folge Paperworks, bei denen ich mit Druck, Zeichnung und Papierschnitt meine Ideen zu den Baumskulpturen und den Auwald an der Oder umsetzte.

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Die Öffnungzeiten der Galerie- und Arbeitsräume im Haus der Künste in der Lindenstraße 4 (Dienstag bis Freitag je 14 bis 18 Uhr) entwickeln sich zu einer Zeit der Begegnung mit vielen interessierten Frankfurter Bürgern und Künstlerkollegen.

Zum Ende des Stipendiums präsentierte ich eine  Auswahl von über 40 Arbeiten aus drei verschiedene Serien ("Sculptura Populum", "Auwald" und "Oderland"), die während meines Aufenthalts in Frankfurt (Oder) entstanden sind. Das Feedback von Künstlerkollegen und Kunstinteressierten war überwältigend. Zur Vernissage am 16. Februar 2017 erschieden über 80 Gäste, die zuerst den Harfenklängen einer Musikschülerin, dem Sonet zu meinen Arbeiten (geschrieben vom Vereinsvorsitzenden Jürgen Barber) und der Laudatio des Galeristen Winfried Bellgard lauschten, um danach bei einem Glas Wein durch meine Ausstellung zu schlendern. Gegen 20.30 Uhr gab es noch ein Künstlergespräch, das sich zu einer anregenden Plauderei über Kunst und die Wege einer künstlerischen Auseinandersetzung entwickelte.

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Presseberichte:

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Märkische Oderzeitung am 06.2.2017 von Robert Iwanetz

Im Dickicht von DDR-Karten

Frankfurt (Oder) (MOZ) Ihre Werke wurden schon in über 70 Ausstellungen gezeigt: Jetzt lebt und arbeitet Anett Münnich aus Mittenwalde für einen Monat in der Galerie B vom Frankfurter Kunstverein. Die Künstlerin will sich in der Zeit vor allem mit dem Einfluss des Menschen auf die Oderregion beschäftigen.

Anett Münnich ist erst ein paar Tage in der Stadt, aber eines hat sie an Frankfurt gleich überrascht: "Tagsüber komme ich kaum zum Arbeiten, weil ich ständig mit interessierten Besuchern ins Gespräch komme", erzählt die Künstlerin aus Mittenwalde. Sie selbst hat damit kein Problem. "Meine kreativste Phase beginnt sowieso erst ab 22 Uhr." Wenn es gut läuft, sitzt die 55-jährige Künstlerin schon mal bis in die frühen Morgenstunden über einer Idee.

Bislang tat sie das in ihrem Atelier in Berlin-Oberschöneweide, in einem alten Transformatorenwerk. Nun hat sie ihren Arbeitsplatz nach Frankfurt verlegt: Vom 19. Januar bis zum 15. Februar lebt und arbeitet sie in der Galerie B des Frankfurter Kunstvereins. "Ich bin sehr dankbar für das Stipendium", erzählt Anett Münnich, deren Werke bereits in über 70 Ausstellungen gezeigt wurden. Thematisch will sie sich mit der Oderregion rund um die Grenzstadt beschäftigen. Die entstandenen Werke sollen zur Finissage am 16. Februar präsentiert werden. Geplant sind vor allem Papierschnittarbeiten.

Anett Münnich erstellt dabei Collagen aus alten, topografischen DDR-Karten und ihren eigenen Zeichnungen. Die Karten stammen aus der Lagerauflösung der Geodaten-Basis in Potsdam. Die Künstlerin ergatterte damals rund 2500 Lagepläne, die im Maßstab von 1:10.000 die damaligen Ost-Bezirke Frankfurt und Potsdam abbilden. "Die waren dermaßen schwer, dass sich beim Einladen das ganze Auto durchbog", erinnert sich die Künstlerin.

Wie viele ihrer Arbeiten kreisen die Papierschnitte um das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Natur. Um das zu unterstreichen, entfernt sie aus den Karten sämtliche Spuren der Zivilisation. Wege, Straßen, Brücken, Dörfer und Städte. Am Ende bleibt eine Kartografie der Unberührtheit. "Ich möchte mit meinen Arbeiten für mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber der Natur werben", sagt Anett Münnich. Sie selbst wuchs mit einem Förster als Vater in einem kleinen Dorf in der Nähe von Luckau auf. Künstlerin wurde sie erst viel später, auch wenn sie schon immer gern zeichnete.

Zunächst studierte sie Chemieanlagenbau und arbeitete nach der Wende im Marketing der AOK, bis sie um 2005 herum den Entschluss fasste, für die Kunst ihre Stunden zu reduzieren. "Kunst ist der Mittelpunkt in meinem Leben. Ich kann auf sämtlichen Luxus verzichten, aber nicht auf Kunst", sagt Anett Münnich. Um sich technisch und inhaltlich weiterzuentwickeln, absolvierte sie von 2014 bis 2016 ein Studium an der Akademie für Malerei in Berlin. Nach dem Aufenthalt in Frankfurt will sie dort ihren Master machen.

Während des Studiums besann sie sich, zu ihren thematischen Wurzeln zurückzukehren - der Liebe zur Natur. Viele ihrer Arbeiten zeigen dichte Waldszenen. "Manche Menschen haben Angst vor Dickichten, für mich sind sie ein Stück Heimat", sagt die Künstlerin. Auch die verbliebenen Linien auf den Papiercollagen mit den DDR-Karten sind im Prinzip Dickichte, die den Einfluss des Menschen auf die Natur reflektieren. Ein Thema, das sie auch in Frankfurt nicht loslässt. Bei einem Sparziergang über den Ziegenwerder entdeckte sie neulich eine Allee von abgeholzten Baumstämmen, die sie nun künstlerisch verarbeiten will. "Für mich sind das einzigartige Skulpturen", sagt Anett Münnich.

Die Arbeits- und Ausstellungsräume der Galerie B in der Lindenstraße 4 sind dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Die Arbeitsergebnisse des Stipendiums werden am 16. Februar, um 19.30 Uhr, zur Finissage der Ausstellung präsentiert.

Weitere regionale Veröffentlichungen:

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